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Die Javaland Experience – Teil 1

Die Javaland Experience – Teil 1

Vier Setlogger auf Expedition in ein fernes Land – dem Javaland.

Die Javaland Serie wird erzählt von Marc-André Aßbrock, Software Developer bei Setlog.

Wie kommt ein Setlogger zum Javaland?

Für Fortbildungsveranstaltungen innerhalb der IT gibt es bei Setlog ein eigenes Budget.
Um einen Überblick über mögliche Fortbildungen zu erhalten und zu sehen, wer sich für die gleichen Veranstaltungen interessiert, haben wir seit diesem Jahr eine Fortbildungswand.
Auf dieser Fortbildungswand gibt es für jeden ITler ein Bild mit Klebezettel.
Auf dem Klebezettel kann man Name und Datum von den Fortbildungen schreiben, für die man sich interessiert.
Diese Einträge können jederzeit ergänzt werden und sind völlig unverbindlich – es geht erst einmal nur darum Interesse zu bekunden.
Möchte man Ernst machen und wirklich zu einer Fortbildung gehen, so sucht man Mitstreiter, spricht sein Wunsch mit seinem Team und dem CTO ab und kann sich anschließend in der Regel über eine Zusage freuen.

Für mich hieß das Anfang des Jahres: DevOps Gathering und Javaland auf meinem Klebezettel aufschreiben.
Liegt zwar nur eine Woche dazwischen, aber egal.
Man soll die Feste ja feiern, wie sie fallen.
Oder so ähnlich.

Auf dem DevOps Gathering in Bochum war ich bereits mehrfach, im fernen Javaland jedoch noch nie.
Letztes Jahr hatte ich schon einmal mit dem Gedanken gespielt, zum Javaland zu fahren.
Allerdings konnte ich nicht einschätzen, wie seriös die Veranstaltung ist.

Das Veranstaltungsprogramm sieht an sich zwar vielversprechend aus, aber eine Konferenz im Phantasialand – einem Freizeitpark?!
Da war ich mir nicht sicher, ob es nicht nur eine Alibiveranstaltung ist, um auf Unternehmenskosten während der Arbeitszeit Achterbahn zu fahren.
Meines Wissens nach war bis jetzt noch nie ein Setlogger auf eine Expedition zum Javaland aufgebrochen.
Also konnte ich hier nicht auf eine Einschätzung hoffen.
So blieb mir nur übrig, mich mit Entdeckern außerhalb von Setlog auszutauschen.
Niemand konnte meine Befürchtung bestätigen – das Javaland schien also wirklich ein seriöses Expeditionsziel zu sein, vergleichbar mit der JAX.
Für mich heißt das: Dieses Jahr geht es zum Javaland!
Vorausgesetzt natürlich, ich kriege die Expedition genehmigt, was aber eigentlich kein Problem sein sollte.

Letzten Endes war ich nicht der Einzige, der zum Javaland wollte: Wir waren zu viert.
Zuerst haben wir mit unseren Teams und dem CTO geredet, alle waren einverstanden.
Anschließend haben wir unsere Tickets bestellt, uns ein Hotel in der Nähe gesucht und ein Firmenwagen für die Expedition reserviert.
Am 15. Februar kam dann mein Badge per Post, mein Reisepass ins Javaland.

Auf zum Javaland

Am Montagnachmittag, den 19. März, ging es dann endlich los.
Um 16:00 Uhr gingen wir in unsere Tiefgarage und haben erst einmal den richtigen Firmenwagen gesucht.
Also einmal auf den Funkschlüssel gedrückt und gehört, von wo ein Geräusch kommt…
Richtung geortet, aber dort hat kein Wagen geblinkt.
Nunja, in unserer Tiefgarage hat jeder Stellplatz einen eigenen Auto-Fahrstuhl, sodass man zwei Autos übereinander auf einem Stellplatz lagern kann.
Und unser Wagen stand halt unten.
Also: Fahrstuhl hoch fahren, Auto ausparken, und Fahrstuhl wieder in die Ausgangsposition runter fahren.
Dann noch schnell Tanken und Proviant einkaufen fahren und anschließend immer dem Navi nach.

Ankunft im Basislager

Das Basislager unserer Expedition haben wir nicht direkt am Javaland angrenzend aufgeschlagen, sondern einen Fußmarsch entfernt.
Die Umgebung des Basislagers ist recht kleinstädtisch und idyllisch.
Nach einer Getränkepause haben wir uns auf die Nahrungssuche begeben.
Wir haben Pizza, Nudeln und einen Burger erlegt.
Anschließend gab es im gesättigtem Zustand einen netten Spieleabend mit diversen Spielen, wie beispielsweise Computerquartett.

Der erste Tag im Javaland

Am Dienstag sollte es dann soweit sein: Wir betraten zum ersten Mal in unserem Leben das sagenumwobene Javaland.
Wir waren rechtzeitig da, sodass wir erst noch einen kleinen Spaziergang machen konnten, um uns umzusehen.
Dann ging es zu den ersten Vorträgen.
Für mich war dies *Testautomatisierung ohne Assertions*, ein sehr guter Vortrag.
Neben dem eigentlichen Thema habe ich vor allem auch gelernt, dass das Konzept der versteckten Dateien unter Unix eigentlich [ein Bug war].
Wissen aus der Kategorie unnützes Partywissen für Nerds, aber sehr interessant.

Nach dem ersten Vortrag kam die Begrüßung.
Dort lernten wir die hier übliche Grußformel kennen: Jatumba!
Und wir lernten die wichtigsten Zahlen dieses Landes kennen: Es ist das 6. Javaland und hat 2092 Einwohner – vier davon sind nun Setlogger.
Von 652 eingereichten Vorträgen, wurden 113 akzeptiert.
Es waren 8 Workshops und 21 Community Events geplant.
Insgesamt sollte es 5885 Minuten Inhalt geben.
Das sind etwas mehr als 98 Stunden.
Oder anders ausgedrückt: Es ist mehr als acht Mal so viel wie alle drei Teile der Herr-der-Ringe-Verfilmung von Peter Jackson in der Extended Edition.
Beinahe gab es auch Tränen auf der Bühne: Der Chefredakteur von Java aktuell wurde verabschiedet, da er in Rente geht.

Auf der Begrüßung folgte eine Keynote, die sehr vielversprechend anfing.
Sie wurde von Ed Burns gehalten, einem Menschen, der Mosaic] – einen der ersten Webbrowser überhaupt – mitentwickelt hat.
Später war er an weiteren bedeutenden Technologien beteiligt, unter anderem JavaServer Faces.
Er erzählte, welche Faktoren für den Durchbruch von Technologien (wie beispielsweise das World Wide Web verantwortlich waren.
Seiner Meinung nach war ein Grund für den Erfolg des WWW, dass sich Menschen den html-Quellcode von anderen Webseiten einfach kopieren und anpassen können.
Dies senkt die Hürde, sich mit der Technologie auseinanderzusetzen.
Es folgten beispielhaft weitere Technologien und Gründe, warum sie erfolgreich waren.

Im zweiten Teil seiner Keynote verglich Ed Burns dann *Java* mit den Programmiersprachen *Python*, *Golang*, *JavaScript* und *Swift*.
Dieser Teil der Keynote war…
Nunja, drücken wir es mal so aus: vielleicht etwas voreingenommen.
Ich persönlich mag Java, sonst wäre ich wohl auch nicht auf einer Expedition ins Javaland gelandet.
Aber eine etwas neutralere Sicht wäre besser, als ein Bashen der anderen Programmiersprachen mit Argumenten, die inhaltlich zumindest teilweise nicht wirklich überzeugend sind.

Anschließend ging es dann zum nächsten Vortrag.
Von dem ich schon nicht mehr ganz so viel aufnehmen konnte: Der Hunger wurde zu groß.
Essen sollte es aber erst anschließend geben.

Die Essensauswahl im Javaland war recht gut: Es gab einen Stand mit Bratwurst, Chicken Nuggets und Pommes, es gab ein Restaurant mit deutschem und eins mit asiatischem Buffet, es gab ein Pizza-Stand und ein Restaurant mit Burgern.
Da ich sehr hungrig war und die Schlange quasi noch nicht vorhanden war, hatte ich mir zu erst Chicken Nuggets mit Pommes geholt, um nicht zu verhungern.
Anschließend sind wir Setlogger zusammen leckere Burger essen gegangen, inzwischen waren die Schlangen vor den Restaurants auch schon ordentlich gewachsen.
Leider viel durch das Essen für uns ein Timeslot mit Vorträgen flach.
Aber besser so, als mit hungrigen Magen geistig abwesend zu sein.

Weiter ging der Tag mit vielen spannenden und interessanten Vorträgen.
Besonders hervorzuheben ist hier der letzte Vortrag für mich an dem Abend: Revisiting Effective Java in 2019 von Edson Yanaga.
Es ging in dem Vortrag um das Buch Effective Java von Joshua Bloch.
Von dem Buch hatte ich zwar zuvor schon gehört, es aber bis jetzt noch nie gelesen.
Das wird sich nun bestimmt ändern.

Live-Coding auf 40-Minuten-Vorträgen ist eigentlich eine schlechte Idee: Normalerweise geht einiges schief und die Zuhörer können schnell nicht mehr nachvollziehen, was der Vortragende gerade treibt.
Trotzdem hat Edson Yanaga seinen Vortrag als Live-Coding gestaltet.
Und es war… Grandios!
Man konnte problemlos folgen, besser als bei typischen Folien-Präsentationen.
Hier zeigt sich, dass Edson Yanaga wohl ein erfahrener Referent sein muss.
Er zeigte einige Sachen, die ich nach über 15 Jahren Java-Programmierung noch nicht kannte.
Und ich fühlte mich wie ein Newbie.
Auf youtube findet sich übrigens der gleiche Vortrag von einer anderen Konferenz, sowie eine 2,5-stündige Version.

Open Park

Am Abend des ersten Tages feiern die Javaland-Bewohner den Open Park*.
Dort gibt es viel leckeres Essen und einige Fahrgeschäfte haben geöffnet.

Nach dem letzten Vortrag entschieden sich also meine Kollegen, Achterbahn zu fahren.
Besonders angetan waren sie von der Taron.
Ich bin kein Achterbahnfan, also habe ich in zwei Restaurants lecker Abendbrot gegessen und war im Javaland spazieren gegangen.
Hierbei habe ich die besondere Atmosphäre des Freizeitparks nach Sonnenuntergang genossen.