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Die Supply Chain des Bieres

Die Supply Chain des Bieres

Die Supply Chain des Bieres

Das beliebteste Getränk auf der Welt ist Kaffee und wen wundert es? Denn das schwarze Gold hält uns doch alle am Morgen wach und bringt den Tag erst richtig in die Gänge. Ohne Kaffee geht es doch eigentlich gar nicht.

Aber wie sieht es mit dem Feierabend aus? Welches Getränk begleitet uns in die besinnlichen, ersten Minuten unserer heißgeliebten Freizeit?
Das Bier selbstverständlich! Beliebtestes, alkoholisches Getränk und nicht umsonst kennt jeder den Begriff „Feierabendbier“ oder Sprichwörter wie „Kein Bier vor Vier“.
Insbesondere in Deutschland und gerade im Ruhrgebiet -wo wir ansässig sind – ist das Bier fast schon ein integraler Bestandteil unserer Gesellschaft. Tatsächlich zählt es in Bayern zu den Grundnahrungsmitteln und viele Firmen haben sogar Getränkeautomaten mit Bier.

Bereits vor rund 13.000 Jahren gab es die erste, bisher als ältesten Betrieb bekannte Brauerei – und zwar in der Rakefet Höhle im Gebiet der Natufien-Kultur im heutigen Israel.
Das älteste, überlieferte Rezept für Bier kommt nicht etwa aus dem mittelalterlichen Deutschland, sondern aus China und ist bereits 5.000 Jahre alt.
Ob im alten Ägypten, bei den Kelten oder den Römern – alle haben auf ihre Art und Weise Bier gebraut und schon damals den goldenen Trank geehrt.
Nicht wegzudenken – weder in den Augen Hollywoods noch unserer eigenen Vorstellung – ist das Bier natürlich aus dem Mittelalter. Die wilden Wikiniger die ihre überquellenden Hörner leerten, wer kennt sie nicht von der Leinwand!

Zu Beginn wurde es noch mit den unterschiedlichsten Zutaten gebraut, doch zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert verdrängte das Hopfenbier zunehmend die damals bekannten Kräuterbiere.
So entstand das Bier, welches wir heute alle kennen und lieben.
Schon früh erkannte man die Wichtigkeit und die Macht des Bieres so wurden bereits im Spätmittelalter fast überall Produktions-, als auch Verkaufssteuern auf Bier erhoben.
Seither hat sich natürlich einiges getan auf dem Biermarkt. Selbst in den Weingegenden in denen früher wesentlich mehr Wein als Bier konsumiert wurde, drängte sich das herzhafte Hopfengetränk spätestens im 18. Jahrhundert an die Spitze.
Seit 2005 darf in Deutschland nur noch nach dem Reinheitsgebot gebraut werden und in 2016 wurde der belgischen Bierkultur gar die große Ehre zuteil, als UNESCO Welterbe ausgezeichnet zu werden.

Bier hat eine lange und interessante Geschichte. Ob in Amerika, Japan oder England, überall wird das goldene Gebräu heiß geliebt und das Interesse scheint kaum abzuflachen.
Mittlerweile wird es nicht mehr nur als gemütliches Feierabendbier zu sich genommen, sondern gerade jetzt in der Sommerzeit sind die Biergärten schon früh voll und ein kühles Bier gehört einfach zum Alltag dazu.
Bierbrauereien sind nach wie vor gern gesehenes Ausflugsziel und das überall auf der Welt. Sportereignisse drehen sich gar komplett um Brauereien oder werden von diesen gesponsert. Denn auch den Sportmarkt hat das Bier als Iso-Getränk bereits erobert. Auch als Geschenk wird Bier entweder in Form von ungewöhnlichen Sorten bis hin zu Wochenendkursen im Brauen gerne zu jeder Jahreszeit verschenkt. Mehr und mehr kreative Sorten kommen auf den Markt, die Craft Bier Brauerei wurde ab den 1980er Jahren immer beliebter und der Verbraucher wünscht sich Vielfalt. Diese bekommt er heutzutage in vielen Bars, Restaurants und im Handel.

In unserer heutigen Gesellschaft kann man sich ein Leben ohne Bier eigentlich kaum vorstellen.
Aber machen wir uns wirklich Gedanken wo unser Bier eigentlich herkommt? Außer der Frage der Brauerei oder dem Herkunftsland, zählt für die meisten eigentlich nur, dass sie entweder den Kasten im nächsten Getränkehandel oder ihr frisch-gezapftes in ihrer Lieblingskneipe nebenan erhalten. Das ist auch schon alles was für den Endverbraucher von Bedeutung ist, wenn es um die Logistik hinter Bier geht.
Dabei ist die Supply Chain des Bieres eigentlich sehr interessant, komplex und einen Blick wert.
Denn gerade die Vielfalt, die es mittlerweile am Markt gibt, macht es für Brauereien schwieriger von Produktion bis Logistik alles zu optimieren.
Viele regionale Biere haben einen so besonderen Geschmack, da die Zutaten aus ihrem bestimmten Gebiet kommen und dieses so einzigartig prägen. Wasser zum Beispiel, ist nicht gleich Wasser.
Dublins sehr hartes Wasser eignet sich ausgezeichnet dafür, um Starkbier zu brauen und wer schon einmal die Seen in Irland gesehen hat, der kann das Guinness dort fast schon in der Natur erkennen. Das Wasser in der Region Plzeň ist ideal um helles Lagerbier zu produzieren und die Gewässer in England begünstigen die Brauerei von hellem Ale.
Die Brauereien vor Ort haben sich die Eigenschaften ihrer eigenen Natur und ihrem Gebiet zu nutzen gemacht.
Nun mag man denken, dass Zutaten wie Hopfen, Gerste, Malz und Wasser in den meisten Brauerei-Ländern gut anzupflanzen oder vorhanden sind und die Globalisierung vor dem Bier Halt gemacht hat. Dem ist jedoch nicht so. Insbesondere in der Craft-Bier Herstellung kommen immer wieder Zutaten vor, die aus den unterschiedlichsten Ländern zu den Brauereien transportiert werden müssen, bevor die Produktion beginnen kann. Dabei handelt es sich zum Beispiel um bestimmte Früchte, Gewürze und sogar Kaffeebohnen. Die Grundzutaten des Bieres werden vor allem in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA und Tschechien angebaut. Aber auch in China, England, Belgien und Co. gibt es jede Menge Hopfen- und Malzanbaugebiete.
Aber auch die angebauten Zutaten im eigenen Land führen zu einigen Komplikationen für die Herstellung von Bier.
Die immer wieder schwankenden Kosten der rohen Materialien wie Hopfen oder Malz führen dazu, dass sich auch die Endpreise des Bieres verändern. Insbesondere Hopfen wird immer stärker angefragt, die Nachfrage steigt und die Landwirte kommen kaum nach. Dies führt genauso zu steigenden Kosten, wie die Einschränkungen durch extreme Wetterbedingungen, wie sie in den Sommern 2018 oder jetzt in 2019 herrschten.
Brauereien bleibt gar nichts anderes übrig, als sich auf diese Gegebenheiten des Marktes einzulassen.
Die Produktion des Bieres ist genauso individuell, wie die einzelnen Geschmäcker. Zwar herrschen in Ländern wie Deutschland bestimmte Reinhaltungsgebote, dennoch ist jede Brauerei auf ihre Art einzigartig.
Die meisten Biere werden nicht lange gelagert, jedoch gibt es auch hier ausnahmen. Manche Sorten können so bis zu 6 Monate reifen, bis sie schlussendlich abgefüllt werden.
So wie die Brauerei individuell ist, sind auch die Geschmäcker der Konsumenten sehr unterschiedlich. Nicht selten kommt es bei Bier vor, dass nur eine bestimmte Sorte bevorzugt wird und diese muss dann bitte auch immer so schmecken. Egal ob vom Fass, aus der Flasche, im Pub oder zu Hause.  Um dies zu gewährleisten, steckt ein enormer Prozess hinter der Herstellung.
Für nur eine einzige Charge Craft-Bier fallen zum Beispiel 20 Stunden Arbeitszeit im Labor an. Dabei kommt es nicht auf die Größe der Charge an.
Schlussendlich geht es in die Auslieferung des Bieres. Über die Vertriebspartner geht das fertige Bier in Flaschen, Fässern oder Dosen nun überall in die Welt und wird an Händler geliefert.
Die größten Gefahren bilden bei dem Transport des Bieres tatsächlich beschädigte oder gar komplett gebrochene Ware, Diebstahl und der Verderb des Inhaltes.
Ungefähr 5% der Ware kommt nie im Geschäft an.
Noch in den 80er Jahren haben die meisten Brauereien ausschließlich in die eigene Region oder im eigenen Land transportiert. LKW’s brachten dort die Ware ans Ziel.
Doch spätestens als sich Import und Export den neuen Globalisierungsbedingungen anpassten, änderte sich auch dies für die meisten Brauereien. Jetzt wird teilweise weltweit ausgeliefert.
So wie alle Produkte in unserer modernen Welt, wird auch das Bier von neuen Trends getrieben. Konsumentenverhalten- und druck, sowie die Branchenkonsolidierung und –umstrukturierung, das Wachstum von externen Logistikdienstleistern und technologische Entwicklungen verändern auch die Supply Chain des Bieres.

Wer sich die Supply Chain des Bieres genauer anschauen möchte, oder spielerisch erlernen will, was der Bullwhip-Effekt ist, wie man eine Lieferkette optimiert, der kann dies ganz modern in einer App tun.
Das „Beer Distribution“, tatsächlich bereits in den 90er Jahren von Studenten des MIT in Boston entwickelt, handelt vereinfacht um die vier Marktteilnehmer (Einzel-, Zwischen- und Großhandel sowie Brauerei), die über die Lieferkette alle zusammenhängen. Die Kommunikation ist eingeschränkt – der Warenbestand ist allen bekannt, doch nur ein Spieler kennt den tatsächlichen Kundenbedarf. Es wird sich nur über Bestellmengen ausgetauscht.

In dem Spiel sollen vor allem die Schwierigkeiten der Supply Chain Teilnehmer anhand eines beliebten Produktes und realistischer Szenarien dargestellt werden.
So kann man einfach und digital lernen, was es mit der Supply Chain, deren Herausforderungen und möglichen Lösungsansätzen auf sich hat.