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Die neue Seidenstrasse

Die neue Seidenstrasse

Die neue Seidenstraße – China/ Duisburg

Wie kommt ein deutsches Auto nach China?

In Duisburg befindet sich der größte Binnenhafen der Welt. Was für uns „umme Ecke“ ist, ist von China aus gesehen doch eine ziemlich lange Strecke – durch die Globalisierung scheint die Welt jedoch immer kleiner und überschaubarer zu werden: Die „neue Seidenstraße“ verbindet nun diese beiden Ziele miteinander.

Mit der neuen Seidenstraße wirkt die Entfernung daher nicht mehr allzu utopisch, auch wenn es sich um 11.000 Kilometer handelt, die per Zug absolviert werden. Von China, über Kasachstan, Russland und Polen bis nach Deutschland.

Auch wenn die „alte“ Seidenstraße „gerade mal“ 6400 Kilometer und somit weniger als die neue misst, ist die Strecke doch eine lange, in Anbetracht der begrenzten damaligen Transportmöglichkeiten.

Die Seidenstraße existiert bereits seit der Antike. Sie bot damals nicht nur die Möglichkeit Waren zu transportieren, sondern auch Wissen, Gewürze, Religion und Erfindungen, aber auch Krankheiten wie die Pest – die Konsequenzen sind bekannt.

Als Transportmittel nutzte man Kamele, um die Waren von China bis nach Rom oder Venedig zu bringen – und das konnte zwei Jahre dauern. Der Weg war nicht nur lang, sondern auch beschwerlich: Extreme Temperaturschwankungen oder Räuberbanden machten die Reise gefährlich.

Neues ist nicht nur besser, sondern auch länger

Die Seidenstraße als Handelsroute zwischen Asien und Europa gibt es bereits seit 2000 Jahren; da hauptsächlich Seide transportiert wurde, ist auch der Name geklärt, der allerdings erst 1877 von Ferdinand von Richthofen definiert wurde.

Doch was ist nun das Neue an der neuen Seidenstraße?

Gegenwart: China macht seinem Status als Großmacht alle Ehre: um die 1.000.000 Euro steckt China in das Großprojekt, um das Netz von Handelsrouten zu erweitern. Dabei steht nicht etwa eine kultur- und traditionsbedingte Intention dahinter, um die Seidenstraße wiederaufleben zulassen, es steckt ein ganz profaner Grund hinter dem Vorhaben: knallhartes, wirtschaftliches Kalkül und politischer Einfluss.

Dass der Duisport dabei mit seinem weltweit größten Binnenhafen eine Rolle spielt, wird wohl kaum verwundern. Doch einige Länder, darunter auch Deutschland, hegen Zweifel gegen das Projekt Chinas: Man befürchtet, dass seitens des Landes Regeln nicht eingehalten werden, wie etwa zum Thema Umweltschutz und Arbeitsbedingungen bei Baustellen – dazu gab und gibt es Treffen, in denen über eben solche Punkte diskutiert und entschieden wird. Im Fokus steht dabei die chinesische Metropole Chongqing, die mit dem Duisport eine intensive Zusammenarbeit anstrebt.

Die Seidenstraße hat unmittelbaren Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit von Europa:

Denn durch die Möglichkeiten, die die neue Seidenstraße bietet, kann billige chinesische Ware zeitnah nach Europa transportiert werden – was für Unternehmen natürlich sehr attraktiv ist, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Elektronik, Textilien, Markenware – 20 Mal täglich verkehren Frachtzüge mit diesen Waren; zurück werden u.a. deutsche Autos geliefert. Der Vorteil: gegenüber der viel genutzten und kostengünstigeren, aber langsamen Schiffsfracht und der schnellen, aber teuren Luftfracht, bietet der Transportweg über die Seidenstraße einen attraktiven Mittelweg.

Die Schienensysteme werden dabei in Zukunft immer mehr angeglichen – man muss zukünftig wohl nicht mehr einen Monat auf sein Paket aus China warten, was eine zusätzliche Konkurrenz für den heimischen Handel bedeutet.

Und hier kommt auch schon ein wesentlicher negativer Faktor für den Handel in Europa ins Spiel. Wie soll der heimische Handel, der sowieso schon unter der schnellen, effektiven und kostengünstigeren Produktion in China kaum mithalten kann, dagegen bestehen?

Es bleibt abzuwarten, wie sehr die neue Seidenstraße den globalen Markt in Zukunft verändern wird. Fakt ist, der nächste Schritt – der Ausbau der chinesischen Innovation – ist nicht aufzuhalten. Die Frage, die sich alle stellen müssen ist lediglich: Ziehen wir mit, halten wir dagegen oder lassen wir uns überrollen?