Subtract Created using Figma

Ein Text ist ein Text ist ein Text

Ein Text ist ein Text ist ein Text

Gerade in einem Bereich, in dem die sogenannte „Geschmackssache“ eine große Rolle einnimmt, wird es immer wieder abenteuerlich. Feedback ist grundsätzlich eine hilfreiche Sache, solange sie konstruktiv geschieht. Das gilt auch für das Schreiben von Texten; auch hier schleicht sich schnell, wie bei dem Erstellen von Grafiken, gerne mal die Betriebsblindheit ein.

Sätze können zu Tode formuliert, Synonyme bis zur Unkenntlichkeit angewandt und Sinnabschnitte schnell vom Sinn befreit werden. Gerade wenn man sich in fremden Gefilden befindet und ein für sich unbekanntes Thema aufarbeiten muss – was als Germanistin in einer IT Bude, die Logistik-Software entwickelt, keine Seltenheit ist – ist Konzentration, Recherche und Formulierungskompetenz gefragt. Welche Zielgruppe spreche ich an? Möchte ich ein schwieriges Thema leicht erklären? Möchte ich die Kenner abholen? Oder doch eher verschiedene Leser gleichzeitig ansprechen? Kurz und knackig? Lang und unknackig? Diese Fragen sind wichtig für die Recherchearbeit und für den Stil.

Da ein Texter, Lektor, Korrektor, Redakteur auch nur ein Mensch ist (wovon wir einfach mal hoffnungsvoll ausgehen), können sich immer mal Fehler einschleichen – denn schließlich ist niemand unfehlbar; gerade die eigenen Texte können einem schnell das Genick brechen. Deswegen ist es gut, diese „Kollegen“ zu haben von denen alle sprechen – diese können mit einem frischen Blick und ganz unvoreingenommen das digitale Werk begutachten, redigieren und im Idealfall bestaunen mit einem „Oh!“ und einem „Ah!“ oder sogar einem „Ach jetzt verstehe ich!“.

Texte brauchen mehr Zeit als man glaubt und auch ganz viel Liebe und Zuneigung. Die Serifen wollen gestreichelt, die Punzen gelobt und die Satzstruktur für ihre tolle Zusammensetzung bewundert werden. Die Komposition der Wörter, die Aneinanderreihung der Sätze, wohl getrennt durch Interpunktionszeichen, sollen das höchste Maß an Sinnhaftigkeit in sich bergen, den Leser auf eine Reise mitnehmen und…

„Der Text muss heute fertig werden.“ Ok, Konzentration.

Hilfe, ich bin fachfremd! Das Tor zu unterhaltsamen Texten (?)

Gerade bei fachfremden Themen, wie in diesem Fall größtenteils IT und Logistik, ist es hilfreich jene Kollegen zu befragen, die 1.) schon länger in dem Unternehmen arbeiten und 2.) mit den Inhalten und Strukturen vertraut sind. Die Basis für einen guten Text ist dabei nicht nur das Zusammenschreiben von Inhalten, die man von verschiedenen Internetseiten zusammenkratzt, sondern auch vor Ort zu sein, live beim Geschehen…Ok, bleiben wir auf dem Teppich. Die Internetrecherche bietet einem viele Möglichkeiten und viele Informationen. Wichtig ist die Frage nach der Seriosität der Quelle, ist der Inhalt relevant für das Unternehmen und dessen Kunden und/oder Mitarbeiter?

Wann ist ein Inhalt überhaupt interessant? Neben der Bestimmung der Zielgruppe muss man sich zudem die Frage stellen, was mit dem Text erreicht werden soll; dazu muss man sich zwangsläufig in die Lage des Leser versetzen. Wenn ein Text beispielhaft den Titel trägt „Was ist der Unterschied zwischen Supply Chain und Logistik?, wird ein eingängiger Text erwartet, der Menschen abholen soll, die sich mit dem Thema erst neuerdings auseinandersetzen oder eben kurz, knapp und zugänglich die Informationen haben möchten. Unterlegt man diese kurze und einfache Ausführung dann vielleicht mit etwas Humor oder beleuchtet das Thema etwa durch eine Analogie, kann ein „einfacher“ Text auch unterhaltsam für die Kenner werden. Wenn man eben den Unterschied zwischen Supply Chain und Logistik auf diese Art und Weise erklären möchte und dabei mit einer Ehe vergleicht, kann das zum Beispiel so aussehen.

Der Titel machts

Erfahrungsgemäß bekommt man die besten Klickraten, wenn der Titel die Leute anspricht. Klar, neben dem Beitragsbild ist es der Titel, der zuerst ins Auge sticht, und der muss die Leute locken. Nehmen wir das Beispiel „Szenen einer Ehe“ – ein komplexes oder „schwieriges“ Thema wird mit etwas Alltäglichem verknüpft, der Leser kann sich besser identifizieren und vor allem das Thema besser nachvollziehen und demnach auch verstehen. Solange ein Text nicht ausschließlich für das breite Fachpublikum ist, das darauf hofft, von den neusten wissenschaftlichen Entwicklungen zu erfahren, ist diese Art und Weise der Erklärung empfehlenswert um den „interessierten Laien“ abzuholen, der man in diesem Fall schließlich auch als Schreiber selbst ist. Bestimmte Themen unter einem laienhaften und „frischem“ Blick aufzuarbeiten kann also zu einem sehr unterhaltsamen Text führen.