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Aberglaube und Wirtschaft?

Aberglaube und Wirtschaft?

Freitag, der 13.

Kaum ein Tag ist sagenumwobener und verursacht mehr Schrecken, der laut Statistik nicht nur Auswirkungen auf das Privatleben vieler, sondern auch auf die Geschäftswelt hat.

Aber warum? Was steckt hinter der Angst vor dem Freitag, dem 13.?

Tatsächlich hat das Ganze sogar einen wissenschaftlichen Namen: Paraskavedekatriaphobie. Die Paraskavedekatriaphobie geht bei schwerwiegenden Fällen sogar so weit, dass betroffene Menschen nicht einmal mehr das Haus am Freitag, den 13. verlassen. Sogar noch häufiger kommt die Triskaidekaphobie, die Angst vor der Zahl 13, vor.
Während es für einige wenige eine ernstzunehmende Phobie ist, bleibt es bei den meisten schlichtweg Aberglaube.

Dunkle Magie ZubehörDie Menschen haben schon immer an die verschiedensten Unheil- und Glücksbringer geglaubt. Bereits im 4. Jahrhundert tauchte der Begriff Aberglaube im Christentum auf und stand synonym für Missglaube. Abergläubisch zu denken bedeutet, von der Existenz und Wirkung übernatürlicher Kräfte überzeugt zu sein. Dass sich Aberglaube damit auch auf die Psyche der Menschen auswirkt, ist mittlerweile wissenschaftlich belegt. Während es vor mehreren Jahrhunderten noch normal war, Amulette zu tragen und bestimmten Ritualen in aller Öffentlichkeit zu frönen, findet der Aberglaube heutzutage weitestgehend subtil statt.

Für jeden Menschen bedeutet Aberglaube etwas anderes. Profisportler pflegen für Wettkämpfe regelrechte Rituale – welcher Schuh zuerst angezogen wird, das Gras vom Platz in die Shorts zu stecken oder die Glücksbringer Hose drunter zu tragen, um nur ein paar wenige zu nennen. Während der ein oder andere noch streng am Aberglauben festhält, findet er für die meisten im Alltag eher in Form kleiner Gesten statt, die aus jahrzehntelanger Tradition stammen. Da wird auf Holz geklopft oder Salz über die linke Schulter geworfen. Viele Generationen haben zwischen den Jahren nicht gewaschen. Und an Halloween verkleiden wir uns im Geiste eines alten, heidnischen Gebrauches, nach dem sich so vor auferstehenden, bösen Dämonen versteckt werden konnte.
Aberglaube hat viele Gesichter.

Jetzt fragen Sie sich sicher: Das ist ja schön und gut, aber was hat das mit der Wirtschaft zu tun?

Aberglaube und Wirtschaft – das passt nicht zusammen. Vielleicht. Aber dennoch hat der Aberglaube seinen Platz in der Geschäftswelt.

Frau mit Angst unter Decke

Vor allem, wenn es um das Arbeitgeberverhältnis geht, nimmt der Aberglaube eine wichtige Stellung ein. Krankenkassen haben herausgefunden, dass am Freitag den 13. tatsächlich jeder Vierte krank daheimbleibt. Dass dies einen enormen finanziellen Aspekt für Arbeitgeber bedeutet, ist nicht von der Hand zu weisen. Bei den krank zu Hause gebliebenen Mitarbeitern enden die finanziellen Einbußen jedoch nicht. Experten aus den USA schätzen wirtschaftliche Einbußen an diesen Tagen von mehr als beachtlichen 800 Millionen Dollar. Reisen werden nicht angetreten, Investitionen werden vermieden. Um dem ein wenig entgegen zu wirken, wurden besonders in der Touristikbranche einige kreative Lösungen gefunden.

Zahl 13 auf Wand

Hotels verzichten auf die Zimmernummer 13 und lassen auch gleich den 13. Stock noch weg. In Flugzeugen und auf Kreuzfahrtschiffen wird ebenfalls eingeschränkt: Sowohl die 13. Reihe als auch das 13. Deck gibt es nicht.

Gerade erst hat Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil vorgeschlagen, vom 12. direkt auf das 14. Sozialgesetzbuch überzugehen, um so vor allem den sensiblen Inhalt des Gesetzbuches nicht auch noch an eine so mythisch-umfasste Zahl zu knüpfen.
In vielen Kulturen werden wichtige Entscheidungen im Sinne des Aberglaubens getroffen. Aber nicht nur die Zahl 13 hat einen hohen Einfluss auf die Wirtschaft. Andere Länder, andere Sitten. In China zum Beispiel gibt die 8 den Ton an und spielt wissenschaftlich erwiesen eine große, finanzielle Rolle bei Verhandlungen, Entscheidungen und der Unternehmensführungen.

Ob man nun selber daran glauben mag oder nicht – Feststeht: Für viele in unserer Gesellschaft bedeuten Symbolik, Tradition und Mythos einiges. Sie beeinflussen nicht nur unser privates Leben, sondern auch unsere Wirtschaft, unsere Finanzmärkte und unsere Verhaltensweisen als Konsumenten.