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06.03.19 | Digitale Plattformen

06.03.19 | Digitale Plattformen

„Die Menschen sind immer wichtiger als Features“

Und wieder pilgerten unsere Digital Innovators in unsere Hallen um mehr über das Thema „Digitale Plattformen“ zu erfahren. Dieses kann dabei auf unterschiedlichen Ebenen betrachtet werden – Christian Els von sentin bereitete es aus der Business-Sicht auf.

So gilt der Mensch bei den digitalen Plattformen doch als höchstes Wesen – Nicht einmal die Features eines Produktes können ihm diesen Rang abnehmen. Doch wie ist das gemeint?

Digitale Plattformen bezeichnen dabei nichts anderes als ein Medium, die eine Dienstleistung, ein Produkt oder eine Technologie sein können. Diese dienen als Basis, um eben diese Dienstleistungen zu präsentieren. Der sogenannte „Two-Sided Market“ ist im Prinzip erstmal recht einfach:

Der Plattformbetreiber bietet einen „Raum“ an, in dem Entwickler ihre Produkte anbieten können. Die weiteren Figuren in diesem Spiel sind demnach die Käufer, die diese Dienste erstehen und in Anspruch nehmen. Von den Entwicklern werden Gebühren an den Plattformbetreiber gezahlt, um diese nutzen zu können.  Wie überall gelten auch auf digitalen Plattformen Regeln, die von dem Betreiber definiert werden und an die sich die Beteiligten halten müssen. Schon bei dieser Definition wird deutlich, dass es die Beteiligten – also die Menschen – sind, durch die eine Plattform erst leben und funktionieren kann.

Christian erklärte es anhand eines alltäglichen und auch amüsanten Beispiels: So kam es, dass er uns an diesem Abend mit in die Disko nahm.

„Stellt euch vor es ist Disko und keiner geht hin“

Eine Disko ist eine Plattform.

Eine Disko ist eine Kennenlern-Plattform.

Der Betreiber der Disko (Plattform) bietet seine Räumlichkeiten an, damit Veranstalter (Verkäufer) ihre Mottoparties (Produkt) anbieten können. Geht es beispielsweise um eine Singleparty, bedarf es entsprechend eines Publikum (Käufer), die die Party (Produkt) in den Räumlichkeiten (Plattform) besuchen. Der Veranstalter (Verkäufer) der Party (Produkt) entrichtet dabei Gebühren an den Diskobetreiber (Plattformbetreiber). Innerhalb der Diskothek gilt es zudem vom Diskoinhaber definierte Regeln zu befolgen: Keine scharfen Gegenstände mitbringen, keine Gläser klauen, keine Stühle an die Wand werfen etc.

Zum Kennenlernen sollte dabei für jeden Geschmack etwas dabei sein. So muss in der Organisation berücksichtigt werden, dass Frauen und Männer gleichermaßen vertreten sind; denn Fakt ist, ohne Menschen ist die Funktion einer Disko, geschweige denn einer Singleparty, irgendwie hinfällig.

Doch zunächst müssen die Menschen überhaupt erst dazu gebracht werden, sich für die Diskothek und die Party zu interessieren und vor allem auch Geld dort zu lassen – und das ist erstmal nicht so einfach. In der Diskowelt gibt es da so manche Tipps und Tricks, um die Bude voll zu kriegen: Um eine solide Ausgangssituation zu schaffen, kann man vorab Frauen dafür bezahlen zu der Party zu gehen, um eine Grundlage zu schaffen. Wenn aufgrund dieser geschaffenen Basis immer mehr Leute die Party besuchen und bleiben, hat sich das Geld doch gelohnt. Und wenn die Leute einmal da sind, müssen alle Gäste gleichermaßen behandelt werden, damit der Laden auch in Zukunft läuft. Außerhalb der Diskowelt gibt es neben der „Bezahlstrategie“ natürlich diverse weitere Strategien und Möglichkeiten, um Menschen für seine Plattform zu gewinnen. Zielgruppen müssen definiert und auf deren Bedürfnisse eingegangen werden. Doch was einfach klingt, ist mit viel Planung und vor allem mehrfachem Testen verbunden. Testen und Ausprobieren ist das A und O, um Menschen zu gewinnen, zusammenzubringen und vor allem zu behalten. Christians Beispiel zeigt eindeutig, dass es ohne Menschen einfach nicht geht und dass es erst ein Netzwerk braucht, um den Nutzen digitaler Plattformen richtig ausschöpfen zu können bzw. diese überhaupt erst zu aktivieren.

Diese Analogie kommt dabei den digitalen Plattformen sehr nah, handelt es sich bei der Plattform nicht zuletzt um einen Marktplatz, der ein zentrales Medium bildet, bei dem Käufer und Verkäufer zusammenkommen sollen. Dabei kann es sich auch um Gruppen handeln, die unter „normalen“ Umständen eigentlich nicht zusammenkämen – doch eines haben sie gemeinsam: Sie sind die Mitglieder innerhalb einer Plattform, die die Features steuern und das Produkt letztendlich bestimmen – Sozusagen die „Critical Mass“. Features: Ja, Menschen: doppelt-Ja!

Christian schaffte es dabei, wirklich alle mitzunehmen: Es war „oberflächlich“ genug, um Laien abzuholen aber nicht so sehr, dass sich Kenner langweilen konnten. Nicht zuletzt durch die Art und Weise WIE Christian präsentierte, wurde ein breites Publikum erreicht, was sich im Anschluss in einer mal wieder sehr belebten Diskussionsrunde niederließ.